02.04.2002

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Bertelsmann kürzt Werbemittel

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann stellt seinen eine Milliarde USD schweren Vertrag über Online-Werbung mit dem spanischen Internet-Portal Terra Lycos in Frage.

Das wäre für das Portal, das ein Drittel seiner Medienumsätze mit dem Kunden Bertelsmann macht, ein harter Rückschlag, berichtet die "Financial Times" [FT]. Auch für den schwachen Online-Werbemarkt würde ein solches Signal nichts Gutes bedeuten.

Zudem offenbart der Fall die oftmalige Abhängigkeit vieler europäischer Internet-Unternehmen von einem einzigen Großkunden.

Bertelsmann will Tranche entscheidend reduzieren

Die erste Tranche von 325 Millionen USD [370 Mio. Euro] war bis Oktober 2002 vorgesehen und ist größtenteils bereits ausgegeben.

Der Löwenanteil von 675 Millionen USD [768 Mio. Euro] sollte danach optional bis 2005 investiert werden. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage neigt man bei Bertelsmann laut "FT" offensichtlich dazu, diese Tranche entscheidend zu reduzieren.

"Eine Milliarden USD ist viel Geld, vor allem seit die Preise für Werbung so dramatisch gefallen sind", zitiert die Zeitung einen Unternehmenssprecher von Bertelsmann.

Abhängigkeit von einem Großinvestor

Eine Klage des Portals gegen die Mutter Telefonica oder den Hauptkunden Bertelsmann scheint unwahrscheinlich.

Diese Abhängigkeit von einem Großinvestor ist keine Seltenheit bei europäischen Internet-Unternehmen, die offensichtlich "Nesthocker" sind.

Der größte Provider Europas, T-Online, verdient beispielsweise über die Hälfte seiner Medienumsätze mit der Mutter Deutsche Telekom.