31.03.2002

MITBESTIMMUNG

Bildquelle: icann

Wie das Netz zukünftig "regiert" wird

Die Internet-Verwaltungsinstanz ICANN will sich - wieder einmal - umorganisieren und fordert daher alle "Interessierten" auf, bis zum 29. April Reformvorschläge zu unterbreiten.

Eigentlich steht die ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] seit ihrer Gründung 1998 andauernd in der Kritik und auch die eigene Organisation steht dabei immer wieder zur Debatte.

Jetzt steht allerdings zur Disposition, ob die demokratische Wahl einiger Direktoren durch "alle Surfer" noch einmal stattfinden soll und ob der Einfluss von Regierungen stärker werden soll.

Demokratie-Verzicht

Hintergrund der derzeitigen Debatte ist der Plan des ICANN-Präsidenten Stuart Lynn wieder mehr Regierungseinfluss zuzulassen und gleichzeitig die demokratische Wahl eines Teils der Vorstandsmitglieder wieder einzustellen.

Laut Lynn ist der Versuch, die ICANN ohne jeden Regierungseinfluss zu betreiben, "eindeutig gescheitert".

Nach den Vorschlägen des ICANN-Präsidenten würde der Vorstand künftig nur noch15 statt wie bisher 19 Mitglieder haben. Von diesen sollen fünf von Regierungen entsandt werden, fünf von einem Komitee ernannt werden und der Rest von IT-Interessengruppen kommen.

ICANN-Direktor verklagt ICANN

Der ICANN-Vorstand hat bei seiner Sitzung in Ghana vor rund drei Wochen beschlossen, auf eine weitere Online-Wahl vorerst zu verzichten. Die einzige Gegenstimme kam dabei von Karl Auerbach, dem gewählten ICANN-Direktor für Nordamerika.

Auerbach hat zudem die ICANN verklagt. Damit will er sich den Zugang zu ICANN-Unterlagen erstreiten, der ihm angeblich seit Dezember 2000 verwehrt wird. Die betreffenden Unterlagen geben detailliert Auskunft über die Ausgabepraxis und die Bilanz der ICANN.