Red Hat beschuldigt Microsoft schwer
Michael Tiemann, Chief Technology Officer [CTO] von Red Hat Linux, hat bei der Anhörung im Kartellprozess ausgesagt, Microsoft habe die Verbreitung von Linux als Desktop-Betriebssystem behindert. Tiemann stützt die Behauptung auf Gespräche, die er mit OEMs geführt habe.
Durch den Einfluss von Microsoft auf die PC-Hersteller habe Linux keinen angemessenen Anteil auf dem Desktop-Markt erreichen können, sagte Tiemann, der bei der Anhörung als Zeuge der Bundesstaaten auftrat.
Kartellrechtskonflikt geht in neue RundeMutmaßungen des Zeugen
Tiemann will diesen für Linux schädlichen Einfluss in diversen Meetings mit Herstellern wie Dell, Hewlett-Packard und IBM gespürt haben.
Wann immer er Gnome, die grafische Linux-Oberfläche, ins Gespräch brachte, so Tiemann, habe sich die Diskussion schlagartig verändert: "Es war, als sei ein Stinktier durch den Raum gegangen", beschrieb der Red-Hat-CTO seinen Eindruck.
Red Hat Linux als Desktop-Betriebssystem sei für OEMs offensichtlich ein Tabuthema. Tiemann folgerte daraus, dass sich die OEMs vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen seitens Microsoft fürchteten.
Diese Schlussfolgerung war Richterin Colleen Kollar-Kotelly zu viel; sie ließ die entsprechende Passage aus dem Protokoll streichen.
