17.03.2002

CEBIT KURIOS

Bildquelle: ORF.at

Playstation 2 bekam CeBIT-Verbot

Sony hat heute früh damit begonnen, die 27 "Playstation 2" von seinem Stand zu entfernen.

Sony Deutschland teilte dazu in einer Aussendung mit, dass man "mit einem Widerspruch zur Produktpräsentation von Seiten eines anderen ausstellenden Unternehmens konfrontiert worden" sei.

Bei diesem anderen Aussteller handelt es sich um Microsoft, der seine Spielkonsole "Xbox" auf der CeBIT nur hinter Glas zeigt.

Den Messefrieden wahren

"Um den Messefrieden zu wahren, hat sich die Geschäftsführung der Sony Deutschland GmbH in engster Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der Sony Computer Entertainment Deutschland GmbH unverzüglich dazu entschlossen, eine ungewöhnliche Maßnahme einzuleiten," heisst es weiter in der Aussendung.

"Am Sonntag, den 17. März 2002 beginnt Sony so früh wie möglich mit dem Abbau von 27 PlayStation2, die offenbar nicht der Nomenklatur der CeBIT entsprechen," wird die "Maßnahme" beschrieben.

Hintergrund ist offensichtlich das CeBIT-Reglement, das unter anderem verbietet, Geräte zu zeigen, die nicht direkt mit Computern im Zusammenhang stehen. Sony hatte sich dementsprechend zum Messebeginn eigentlich verpflichtet, nur die grafischen Möglichkeiten seiner Konsole zu präsentieren. Microsoft scheint diese Einschränkung allerdings nicht genügt zu haben.

"Wir sind von der heftigen Reaktion dieses Ausstellers überrascht. Gütliche Einigungsversuche, die wir im Vorfeld unterbreiteten, wurden letztendlich abgelehnt," sagte Udo Freialdenhofen, Unternehmenssprecher der Sony Deutschland GmbH.

Opferrolle

"Sony präsentiert sich jetzt in der Opferrolle und stellt uns als die Bösen hin. Aber die Nomenklatur der CeBIT ist eindeutig", konterte Microsoft-Sprecher Frank Mihm.

Microsoft habe vor der CeBIT mit der Messeleitung über die Xbox gesprochen und auf eine große Präsentation verzichtet. "Ich glaube auch nicht, dass man gleich 27 PlayStations als Demopunkte für die Hardware aufstellen muss."

Microsoft hätte seine Xbox auch gerne umfangreicher auf der CeBIT gezeigt. "Aber die Richtlinien sind nun mal so wie sie sind."

Die jetzige PS-2-Affäre ist eine Nachhall der Ausgliederung der Unterhaltungselektronik auf die inzwischen gescheiterte "CeBIT Home". "Wir werden mit den Ausstellern über eine Änderung der Nomenklatur nachdenken", kündigte Messe-Vorstand Ernst Raue an. Es müsse dem Fakt Rechnung getragen werden, dass Multimedia-, Telekommunikatons- und PC-Elemente zunehmend zusammenwachsen.