Neue "Oscars" für Software-Leistungen
Dieses Jahr gibt es erstmals auch "Oscars" in der Kategorie Bester Trickfilm, worunter sowohl Zeichentrickfilme als auch computeranimierte Streifen fallen.
Die Oscar-Akademie, die seit etwa 70 Jahren einen Oscar für Kurztrickfilme vergibt, hat lange überlegt, ob es jedes Jahr genügend Trickfilme für eine Nominierung geben würde.
Doch mit dem Fortschritt in der Computeranimation sind neben den großen Produzenten viele Studios in das Geschäft eingestiegen. Der Trickfilm-Oscar wird dennoch nur in den Jahren vergeben, in denen es mindestens acht wählbare Filme dieser Kategorie gibt.
Kinderkram
Die Akademie hat bereits früher einige Animationsfilme mit den begehrten Preisen ausgezeichnet, meist jedoch nur in der Musik-Kategorie.
"Animationsfilme werden nicht so ernst genommen wie normale Filme. Man meint, sie seien eher für Kinder", sagt John Lasseter, der kreative Kopf der Firma "Pixar Animation", die zusammen mit Walt Disney "Die Monster AG", "Toy Story" und "Das große Krabbeln" produziert hat.
Während sich die meisten Trickfilmmacher über die neue Oscar-Kategorie freuen, sehen einige darin eine "Gettoisierung". Zwar bleiben animierte Filme in allen Kategorien wählbar, doch meinen viele, die Akademiemitglieder würden einen Trickfilm nur mehr für die eigene Kategorie nominieren.
In welche Kategorie Filme wie "Final Fantasy" fallen, deren "lebensechte" Darsteller vollständig aus dem Computer kommen, bleibt unterdessen unklar.
Erster "lebensechter" Film aus dem RechnerNerd-Oscars schon vergeben
Während die "echten" Oscars erst heute Nacht vergeben werden, wurden Anfang des Monats die "Nerd-Oscars" bereits feierlich überreicht.
Mit der Veranstaltung will die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars verleiht, neue Technologien im Film und Techniker hinter den Kulissen auszeichnen.
Höhepunkt der Zeremonie war neben den Gewinnern die Schauspielerin Charlize Theron, die in ihrer Laudatio auf die Arbeit der Filmtechniker "infinite baffle techniques" oder "view interpololation algorithms" würdigen musste - wobei jeweils deutlich wurde, dass die Darstellerin nicht einmal eine vage Ahnung hatte, worum es sich dabei handelt.
Ein Drittel der Technologie-Preise wurde in diesem Jahr für neue Software-Entwicklungen vergeben, womit sich der Trend zu Preisen für virtuelle Techniken fortsetzte.
Industrial Light & Magic, 1975 von George Lucas gegründet, heimste zwei Preise für Software ein: Zum einen für ein "Creature Dynamics System," das für die Animation des Mumien-Königs "Imhotep" in "The Mummy" verwendet wurde und für ein "Motion and Structure Recovery System", das unter anderem in "Pearl Harbor" zum Einsatz kam.
Industrial Light & Magic
