08.03.2002

WAS FÜR WEN

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Welches Linux es sein darf

Hier ist ein kleiner Auszug aus den Einschätzungen der einschlägig Bewanderten und gerade Schreiblustigen der fuZo-Community. Zum Thema, welches Linux wem gerade passen sollte.

Wir erlauben uns, diese Aussagen von Auskennern zur Abwechslung im Klarnamen zu überliefern und wünschen Spaß dabei zu raten, wer wohl welchem Pseudonym [für die jüngere Generation "Nick"] in den fuZo-Foren entsprechen könnte.

Thomas Wutsch, Graz

Debian ist dem vorgegebenen Standard am nächsten, ist aber etwas komplizierter in der Konfiguration und daher für den Linux-Einsteiger nicht zu empfehlen.

Red Hat und SuSE kochen in speziellen Bereichen ihr eigenes Süppchen. Beide überzeugen mit guter Installation und Konfiguration.

Die große Verbreitung im deutschsprachigem Raum verdankt SuSE der besseren Einbindung der deutschen Sprache. Das frühere Erscheinen von Red Hat Packages ist ein Vorteil, den auch Mandrake nutzen kann, da auf Red Hat basierend. Das Softwareangebot ist bei Mandrake vielleicht nicht so reichhaltig wie bei SuSE, dafür aber besser ausgewählt.

Stefan Jäger, Jyväskylä, Finnland

Ich habe hier im hohen Norden Finnlands, wo Linus mit Rentiermilch groß wurde, natuerlich einen etwas anderen Zugang zu dem Thema. Ein Satz der mit "Ich habe eine Workstation" beginnt, provoziert sofort die Frage "und welches Linux läuft da drauf?"

Wie auch immer, ich bin hier ab-solut get-reu meinem Glauben gegenüber, dass jede Distro ihre Stärken und Schwächen hat. Ausser Debian. Eh klar.

Erich Kitzmüller, Wien

In Europa werden sich nur SuSE, Mandrake, RedHat und Debian halten können. SuSE, weil sie im deutschsprachigen Raum gut verankert sind, Kooperationen mit IBM und anderen haben und neben RedHat als zweite Referenz gelten. Mandrake, weil sie im französischsprachigen Raum gut verankert sind und vermutlich die einsteigerfreundlichste Distro haben.

RedHat, weil sie nach wie vor die Referenz für Server darstellen und auch bei Treibern und proprietärer Software explizit berücksichtigt werden. Debian, weil diese Distro nichtkommerziell ist und daher auch nicht durch finanzielle Probleme belastet werden kann.

Wilfried Trabold, Wien

Debian ist halt frei und sympatisch, nur leider für mich mit der Packetverwaltung "dselect" sehr gewöhnungsbedürftig. Es hat alle meine Sympathien, aber ich bin doch wieder bei SuSE für den Desktop hängen geblieben

Andreas Mather, Wien

SuSE liefert ganz klar die beste Distribution, wenn es um Benutzerfreundlichkeit geht. Der einzige Kritikpunkt bei SuSE ist die eigenwillige Verzeichnisstruktur.

Thomas Thrainer, Innsbruck

Ich glaube, dass RedHat momentan die besten Chancen in Europa und überhaupt auf dem Distributoren-Markt hat. RedHat hat immer am schnellsten Sicherheitspatches bereit und kann Einsteigern besonders durch die Packetverwaltung und einfache Installation viel bieten.

Andreas Krennmair

Debian ist mein persönlicher Favorit, nicht nur wegen seiner Qualität, sondern auch, weil Debian eine Non-Profit-Organisation ist, und sich die Arbeit an der Free-Software-Philosophie orientiert. Allerdings ist der Release- und Quality-Management- Prozess ziemlich zäh, sodass nicht oft neue Distributionsversionen veröffentlicht werden.

Auch ist die Distribution nicht gerade einfach zu konfigurieren, wer jedoch die händische Konfiguration bei anderen Distributionen durchblickt hat, wird von der für Profis sehr einfachen Konfiguration erstaunt sein. Auch das Updaten der Software geht im Gegensatz zur anderen Distributionen sehr einfach, dank APT und dselect.

Erich Nachtmann, Nürnberg

Hi Tantchen!

Na, ja, auch Du wirst wissen, dass Mandrake für Newbies und ältere Hasen das Gute Linux in Good old Europe sind. SuSE ist ja ok, damit muss ich auch fahren, läuft auf den Servern von 'nem Konzern mit T. Mit Mandrake Linux ab 7.0 sind einfach die Franzosen vorne und nicht mehr die Germans. P.S.: Near SuSE, nur um 4 Ecken.

Dietmar Gaar, Graz

SuSE ist vollständig, wird immer mehr auf den Endanwender abgestimmt, kann mich in letzter Zeit qualitativ aber nicht mehr überzeugen, da Tests des gesamten Packets in den kurzen Releasezeiten kaum möglich sind und weil es mich mit seiner grafisch verspielten Art an Windwos XP erinnert.

Mandrake versucht einen guten Mittelweg zwischen Anfänger und Kenner zu gehen, die Distro ist sichtlich besser getestet [Public Beta Versionen] als SuSE.

Debian scheint wirklich gut und sehr stabil, aber notwendige Dinge sind nur sehr schwer nachträglich zu realisieren. Für Experten eine sehr gute Wahl.

RedHat ist US-lastig, was Anpassungen an europäische Bedürfnisse erschwert, KDE wird stiefmütterlich behandelt, ab und zu qualitative Ausreißer.