Wettlauf der Handy-TV-Formate
Zur Fußball-WM wird es in Deutschland Handy-TV als Test neben DMB auch über DVB-H geben. Die Mobilfunker scharren bereits in den Startlöchern.
Einige tausend ausgewählte Nutzer können ab sofort in Berlin, Hamburg, München und Hannover TV- und Radioprogramme über 16 Kanäle auf eigens ausgerüsteten Handys empfangen, teilten T- Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus mit.
Unterstützt wird das Demonstrationsprojekt von den Landesmedienanstalten, die bereits treibende Kraft beim terrestrischen Digitalfernsehen [DVB-T] waren.
Kommerzieller Start 2007
Eine kommerzielle Einführung von Handy-TV ist für kommendes Jahr geplant. Handynutzer könnten dann neben dem Angebot von ARD und ZDF und den Privaten auch eigens produzierte TV-Dienste empfangen.
"Wir wollen einen Massenmarkt und keine Nutzung für eine kleine Elite", so ein Sprecher von Vodafone.
"Konkurrenz" durch DMB
Der deutsche Mobilfunkprovider Debitel startet am kommenden Mittwoch sein kommerzielles Angebot in fünf Großstädten. Dort können mit Hilfe der DMB-Norm [Digital Media Broadcasting] vier TV-Kanäle empfangen werden.
Mobilfunker bilden Konsortium
Die Mobilfunker würden nach eigenen Aussagen am liebsten sofort mit dem Regelbetrieb anfangen, allerdings müssten noch technische und finanzielle Fragen geklärt werden.
Für den kommerziellen Betrieb wollen die vier Mobilfunkbetreiber ein Konsortium bilden, das über eine digitale Plattform die Programme verteilen und das Sendenetz finanzieren soll. Nähere Angaben zu Investitionen wollten die Betreiber nicht machen. Es würden "mehrere hundert Millionen Euro" anfallen, so T-Mobile.
Frage nach Frequenzverteilung
Voraussetzung für den Normalbetrieb sei eine Klärung der Frequenzverteilung, sagte der Direktor der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg, Hans Hege. Darüber müssten sich Netzbetreiber und Sender verständigen. RTL hat nach eigenen Angaben bereits Frequenzanträge in Hamburg, Berlin und Hannover gestellt.
Die monatlichen Kosten für Handy-TV könnten sich zwischen fünf und 15 Euro je nach Auswahl des kostenpflichtigen Angebots bewegen, meint T-Mobile.
(dpa)
