20.02.2002

SOZIOLOGIE

Bildquelle: grrr

Die Wut im Internet

Eine aktuelle britische Studie fasst negative Erfahrung im Umgang mit dem Internet und die Reaktionen der Nutzer in Zahlen.

Demnach ist das Netz geradezu ein Motor für tägliche Aggressionen, das viele Nutzer sogar täglich ausrasten lässt.

Die entstehenden Aggressionen schlagen zwar bei den meisten Nutzern in Resignation um, die sie schnell wieder aus dem weltweiten Datennetz vertreibt, eine erkleckliche Anzahl von Nutzern traktieren aber auch Maus, Keyboard oder sogar ihre Bürokollegen.

Zwei Prozent werden gefährlich

Über die Hälfte aller Befragten gaben an, im Netz mindestens ein Mal täglich gründlich frustiert zu werden. Dabei ist die Hauptursache der langsame Aufbau von Seiten, gefolgt von irritierender Navigation und Links und Buttons, die nicht funktionieren.

52 Prozent gehen nach frustrierenden Erlebnissen schlicht offline, und 26 Prozent meiden danach die Seite, die den Ärger verursacht hat. Elf Prozent der Netznutzer gaben an, ein Mal täglich auch die Beherrschung zu verlieren.

Dabei ist das Traktieren von Maus und Keyboard, die beliebteste Art des physischen Aggressionsabbaus, der immerhin von sieben Prozent aller Nutzer praktiziert wird. Zwei Prozent aller Nutzer gaben schließlich zu, ihren Online-Frust schon an Arbeitskollegen ausgelebt und diese angebrüllt und geschlagen zu haben.

Kontrollverlust als Ursache

Dass Online-Erlebnisse viele Menschen in Rage bringen, erklären die Verfasser der Studie damit, dass Surfer das Gefühl brauchen, die Technologie im Griff zu haben.

Wenn sich allerdings Seiten hartnäckig nicht aufbauen oder Buttons nicht funktionieren, fühlen sich die Nutzer hilflos und werden dadurch frustriert - oder aggressiv.