Dell und Google vs. Yahoo und eBay
Unter dem Titel "Alle gegen Microsoft" könnte man die Kooperationen zwischen eBay und Yahoo sowie Dell und Google sehen. Mit exklusiven Partnerschaften und der Verwebung diverser Angebote suchen die Dienstleister Absicherung gegen die Konkurrenz sowie neue Einnahmequellen.
Nach Yahoo und eBay wollen nun auch der PC-Hersteller Dell und der Internet-Dienstleister Google künftig enger zusammenarbeiten und sich damit gegen die Konkurrenz absichern.
Der weltgrößte PC-Bauer Dell wird seine Rechner ab Werk mit Googles Software-Paket ausstatten. Diese enthält eine Reihe von PC-Anwendungen wie etwa die Google-Desktop-Suche, die Google-Toolbar für den Browser sowie eine mit beiden Marken gekennzeichnete Internetseite als voreingestellte Startseite des Internet Explorers. Bei der Suche soll Google als Standard ebenfalls voreingestellt sein.
Einnahmen werden geteilt
"Vermutlich kommt auch noch mehr", stellte Google-Chef Eric Schmidt in Aussicht. Dies sei nur die erste von mehreren Vereinbarungen.
Die Vereinbarung soll nach Medienberichten zunächst für drei Jahre gelten. Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge wird Google Dell für jeden mit Google-Software bestückten Rechner bezahlen. Die Einnahmen wollen sich die beiden Unternehmen teilen, nannten aber keine Einzelheiten dazu.
Yahoo und eBay gegen Google
Kurz davor haben Yahoo und eBay eine auf Dauer ausgerichtete, strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Yahoo-Suchergebnisse werden in eBay integriert, PayPal, der Yahoo-Messenger und Skype wachsen zusammen. Eine gemeinsame Toolbar steht ebenfalls auf dem Plan.
Angriff auf Microsoft
Mit der neuen Partnerschaft greift Google Microsoft und dessen Vorherrschaft auf dem PC-Desktop-Markt frontal an.
Bislang waren handelsübliche PCs in der Regel mit Software von Microsoft bestückt. Im kommenden Betriebssystem Windows Vista will Microsoft seine eigene Internetsuche sowie eine Suche für den Desktop als wesentliche Schlüsselfunktionen integrieren – Services, die es von Google schon länger gibt und die es für Google zu schützen gilt.
Dell muss seinerseits dem im vergangenen Jahr abgeschwächten Wachstum entgegentreten.
Vergangene Woche wurde bekannt, dass Dell künftig einige seiner hochpreisigen Server-Modelle für Unternehmen mit AMD-Prozessoren ausrüstet. Bisher war Marktführer Intel Dells exklusiver Chip-Lieferant.
Beim Geschäft gibt es keine Loyalität
Die neuen Zusammenschlüsse zeigen, wie schnell sich nicht nur im Netz selbst sondern auch in der Geschäftswelt darum alles ändern kann.
Noch vor kurzem war davon die Rede, dass Microsoft sich bei Yahoo einkaufen will und Dell war früher Partner Microsofts bei dessen Kartellstreitigkeiten. Google wiederum beteiligte sich aus strategischen Gründen Ende letzten Jahres für eine Milliarde Dollar bei AOL, Microsoft zog dabei den kürzeren.
Microsofts Invesitionen ins Online-Geschäft
Microsoft versucht seit einiger Zeit nicht nur bei der Online-Suche sondern auch bei der Online-Werbung Fuß zu fassen. Die Verfolgungsjagd auf Google lässt sich der Hersteller dabei einiges kosten.
Anfang des Monats hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer angekündigt, die Ausgaben für den Ausbau des Online-Anzeigengeschäfts, neuer Suchtechnologien und des MSN-Portals um 60 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar aufzustocken.
Nach Berechnungen der Marktforschung Nielsen/Netratings erfolgten in den USA im Monat März 49 Prozent aller Suchanfragen über Google gegenüber elf Prozent über Microsofts MSN-Portal. Yahoo liegt auf Platz zwei, mit rund der Hälfte der Anfragen die über Google laufen.
