Vermehrt Ärger wegen Servicenummern
Der wachsende Markt für Servicenummern bereitet dem Telekom-Regulator Kopfzerbrechen.
Zwar muss bei kostenpflichtigen Anrufen in Österreich seit Anfang 2001 ein Tonband über die Kosten des Gesprächs informieren, doch habe das Geschäft mit Mehrwertnummern "verheerende Auswirkungen", sagte Telekom-Regulator Heinrich Otruba am Freitag bei einem Pressehintergrundgespräch.
"Bei uns gehen monatlich 120 bis 150 Beschwerden ein, mehrheitlich wegen Mehrwertnummern", so Otruba.
Otruba ist Chef der Rundfunk und Telekom-Regulierungs GmbH [RTR]. Die Schlichtungsstelle der RTR erreicht derzeit nur in 35 Prozent der Beschwerdefälle eine Einigung zwischen dem Telefonkunden, der eine Beschwerde stellt, und dem Telefonbetreiber. In 45 Prozent der Fälle wird die Beschwerde wegen Fristablaufs oder Zurückweisung des Betreibers nicht behandelt, in 20 Prozent der Fälle weist der Telekom-Regulator die Beschwerde zurück, sagte Otruba.
RTRPIN-Code gegen Dialer
Ein großes Problem sind laut Otruba auch so genannte Dialer, die schnelle Internet-Zugänge versprechen, aber vor allem für explodierende Telefonrechnungen sorgen, da sie nach dem Herunterladen des Dialers jede neue Internet-Verbindung über teure Mehrwertnummern oder Rufnummern in entfernte Auslandszonen leiten
Ein Schutz sei die Einrichtung einer Tarifzonensperre, betonte Otruba. Eine andere Möglichkeit wäre die Einrichtung eines PIN-Codes, der zur Bestätigung einer Zugangsnummer eingegeben werden muss, wodurch 930er-Mehrwertnummern nicht mehr automatisch anrufbar wären, so Otruba.
Für diese Einstellung, die es bisher noch nicht gebe, sei allerdings die Zustimmung der Netzbetreiber notwendig, um diese will sich die RTR bemühen.
