Bild: AP

Scott McNealy gibt Sun-Führung ab

ende einer ära
25.04.2006

Nach 22 Jahren im Amt tritt die Galionsfigur des angeschlagenen US-Konzerns Sun Microsystems, der Mitbegründer Scott McNealy, den Chefposten an Sun-Päsident Jonathan Schwartz ab. Die Aktie reagiert auf die Nachricht mit einem Kurssprung.

Der einstige Erzfeind des US-Software-Riesen Microsoft hat den Chefsessel mit sofortiger Wirkung geräumt.

Neuer Konzernchef ist Jonathan Schwartz, der gleichzeitig Sun-Präsident bleibt, wie Sun am Dienstag mitteilte.

Umsatzsteigerung im Quartal

Sun Microsystems gab gleichzeitig bekannt, den Umsatz im abgelaufenen Quartal um rund ein Fünftel gesteigert zu haben.

"Wir wachsen wieder", so der bisherige Sun-Chef McNealy im Rahmen seiner letzten amtlichen Bekanntmachung. "Anhaltende Rentabilität ist der nächste Schritt." Das Unternehmen steckt derzeit in einer tiefen Krise.

Verlust verdreifacht

Der Umsatz kletterte von 2,627 Mrd. Dollar [2,12 Mrd. Euro] auf 3,177 Mrd. US-Dollar. Der Verlust pro Aktie vor Sonderposten verdreifachte sich zugleich von zwei auf sechs Cent pro Aktie.

22 Jahre im Amt

McNealy hatte Sun 1982 gemeinsam mit Andy Bechtolsheim, Bill Joy und Vinod Khosla gegründet und war die Leitfigur der Open-Source-Bewegung des Konzerns. Er wurde 1984 zum CEO [Chief Executive Officer] ernannt und zum Verwaltungsratschef gewählt.

McNealy wird weiter an der Spitze des Aufsichtsrats stehen und sich künftig vor allem um die Pflege der Beziehungen des Unternehmens zur Politik und zur Forschung widmen, hieß es.

Nachfolger Schwartz kam 1996 im Zuge des Kaufs der Firma Lighthouse Design zu Sun, dessen Chef er bis dahin war.

Seit April 2004 ist er als Präsident und Chief Operating Officer [COO] für Produktentwicklung, Verkauf und Marketing verantwortlich.

Aktienkurs steigt

Der Wechsel an der Sun-Spitze wurde von den Investoren begrüßt. Der Kurs der Sun-Aktie stieg nach der Mitteilung um fast neun Prozent auf 5,42 Dollar.

McNealy wurde in der Vergangenheit unter anderem vorgeworfen, dass er nicht ausreichend hart durchgegriffen habe, um den Abschwung des Unternehmens zu bremsen. Sun verlor in den letzten Jahren Marktanteile an Konkurrenten wie Dell und IBM.

Der Kurs der Sun-Aktie fiel seit dem Höchststand von 64 Dollar im Jahr 2000 um mehr als 90 Prozent.

(dpa | Reuters | AFP)