Allianz gegen Google Books steht

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27.08.2009

Microsoft, Yahoo und Amazon in Open Book Alliance

Am Mittwoch (Ortszeit) ist eine Allianz von US-Organisationen und -Unternehmen unter dem Namen Open Book Alliance offiziell an die Öffentlichkeit gegangen, die gegen die Vereinbarung zwischen Google und US-Autorenverbänden in Sachen Google Book Search vorgehen möchten. Darunter befinden sich, wie bereits vergangene Woche bekanntwurde, auch Microsoft, Amazon und Yahoo. Angeführt wird die Initiative von Peter Brantley (Archive.org) und dem auf Kartellfälle spezialisierten Anwalt Gary Reback.

Komplexe Vereinbarung

2005 hatte die Association of American Publishers (AAP) und die Authors' Guild Google geklagt, weil der Konzern ohne Genehmigung der Rechteinhaber Bücher in US-Bibliotheken gescannt hat. Die beiden Parteien haben sich schließlich im Oktober 2008 auf eine komplexe Vereinbarung, das Google Book Settlement, geeinigt.

Über dieses wird ein New Yorker Gericht am 7. Oktober entscheiden. Unter anderem sieht das Google Book Settlement vor, dass der Konzern den Rechteinhabern 125 Millionen US-Dollar zahlt. In der Vereinbarung ist auch sehr genau festgelegt, auf welche Art und Weise Google die geschützten E-Bücher anbieten und verkaufen darf. So sind gemeinfreie Bücher kostenlos erhältlich, für geschützte Bücher sollen genaue Regeln gelten, wie viele Seiten sich ein Nutzer vor der Bezahlung anzeigen lassen können darf. Auch die Tantiemenverteilung ist genau geregelt. Weiters soll eine Clearing-Stelle eingerichtet werden, bei der sich Rechteinhaber registrieren und ihre Ansprüche an Google - und andere Anbieter -stellen können.

Die Open Book Alliance ist der Ansicht, dass die Vereinbarung die falschen Rahmenbedingungen setze und dass eine Entscheidung dieser Tragweite einer Entscheidung des US-Kongresses bedürfe. Der Autorenverband American Society of Journalists and Authors, der ebenfalls der Open Book Alliance angehört, ist etwa der Ansicht, dass Google mit seiner Digitalisierungsaktion die Autoren übergangen und ihre Rechte mit Füßen getreten habe. Außerdem befürchten die Verbände, dass dadurch ein Monopol für den Vertrieb von E-Texten entstehe. Auch europäische Rechteverwertungsagenturen und Autorenverbände sehen sich durch die Vereinbarung übergangen.

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