14.08.2000

EINSICHT

George Soros hat "Internet unterschätzt"

Der US-Milliardär und einflussreiche Devisenspekulant George Soros hat eingeräumt, dass er sich bei seiner Vorhersage vom Untergang des Kapitalismus geirrt hat.

Der von ihm vor zwei Jahren in einem Buch angekündigte "Zerfall des globalen kapitalistischen Systems" sei bisher nicht eingetreten, sagte Soros in einem Interview mit der "New York Times". Er habe außerdem die neuen Informationstechnologien und den Boom des Internet unterschätzt, sagte der 70-Jährige.

Seit Jahren spricht sich Soros für marktregulierende Mechanismen aus, die die Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die wirtschaftliche Entwicklung schützen sollen. Nicht die Investoren seien für die Moral der Märkte verantwortlich, sondern die Politiker, sagte Soros der "New York Times".