15.04.2005

BITTORRENT

Tauschbörsen-Nutzung steigt weiter

Entgegen den Hoffnungen der Film- und Musikindustrie scheinen die Klagen gegen Tauschbörsen-User diese nicht vom Herunterladen abzuhalten - ganz im Gegenteil.

Im letzten Jahr wurde mehr Bandbreite verbraucht als jemals zuvor, international sei der Bandbreiten-Bedarf der Provider um 42 Prozent gestiegen, so ein Bericht der Marktbeobachter von TeleGeography.

Die meiste Bandbreite nutzten dabei Tauschbörsen, in denen zunehmend auch große Videofiles heruntergeladen werden, berichtet Wired.

Dabei reagieren die User aber durchaus auf die Klagewelle der Industrie gegen KaZaA-User - sie weichen einfach auf andere Tauschbörsen aus. War früher noch KaZaA die meistgenutzte Tauschbörse, so hat BitTorrent ihr weltweit gesehen mittlerweile den Rang abgelaufen.

Klagen zeigen keine Wirkung

KaZaA fiel im ersten Halbjahr von 46 auf 19 Prozent, im gleichen Zeitraum verdoppelte BitTorrent fast seine User-Zahlen auf 53 Prozent, so die Beobachtung von CacheLogic, das mit Hilfe einer Software für ISPs den weltweiten Tauschbörsen-Traffic beobachtet. Vor allem in Asien ist BitTorrent weit verbreitet.

Die Klagen hätten keine abschreckende Wirkung auf die User gehabt, so Andrew Parker von CacheLogic. In den USA, wo die Musikindustrie bis jetzt die meisten Klagen eingereicht hat, habe es keine Veränderung bei den registrierten Datenmengen in P2P-Netzen gegeben.

In anderen Teilen der Welt hätten die Klagen sogar den paradoxen Effekt gehabt, dass sich die User selbst ein Bild über den Grund der Aufregung machen wollten und damit den Traffic in den Tauschbörsen weiter erhöhten, so Parker weiter.

60 bis 80 Prozent der Bandbreite

Derzeit, so CacheLogic, belegen P2P-Börsen mit ihrem Netzwerk-Traffic zwischen 60 und 80 Prozent der User-Netze, das größte Wachstum liegt dabei in asiatischen Ländern mit hoher Breitband-Penetration.

Der steigende Bandbreitenbedarf könnte laut Parker ein zukünftiges Problem für die Service-Provider werden, wenn auch kein akutes. Die meisten Geschäftsmodelle basierten darauf, dass nicht alle Netz-User zur gleichen Zeit Bandbreite benötigen.

Allerdings sind auch hier zu Lande bei weitem noch nicht alle Kapazitäten bis zum Rande ausgenutzt und die Geschäftsmodelle der ISPs setzen darauf, die getätigten Investitionen durch den Verkauf von Breitband-Zugängen wieder hereinzuspielen.