06.12.2004

E-SCHÜTZEN

Online-Jagd mit scharfer Munition

Texas weist bekanntlich die höchste Waffendichte und die jagdfreudigsten Einwohner in den USA auf - ein durchgeknallter Landsmann aus dem US-Bundesstaat will schießwütigen Gleichgesinnten nun die Jagd via Mausklick anbieten.

Zu diesem Zweck hat John Underwood auf seiner 1.300-Quadratkilometer-Ranch Gewehre und Webcams aufgestellt.

Gegen Entgelt soll man ab dem nächsten Jahr via Internet mit scharfer Munition auf alles schießen können, was einem durch das Visier läuft.

"Ich bekomme viele Hassmails, in denen ich als kranker, irrer und verabscheuenswerter Hinterwäldler beschimpft werde," so der 39-jährige Lockwood zur "NY Post".

"Aber Technologien werden weiterentwickelt, von der Jagd mit Pfeil und Bogen bis zu hochmodernen Gewehren. Die Online-Jagd ist für mich einfach der nächste Schritt, ein weiterer taktischer Vorteil."

Keine gesetzliche Regelung

Die Monatsgebühr im Online-Schützenverein kostet 14,95 Dollar, zehn Schuss kommen auf 5,95 Dollar. Das Geballere kann auch auf DVD festgehalten werden.

Zum Online-Abschuss mit den .22-Kaliber Gewehren freigegeben sind dabei Antilopen, Wildschweine und Rehe. Ein Betreuer vor Ort überwacht den Schießstand, damit nichts passiert.

Jagdkollegen kritisieren die Fern-Jagd als unsportlich. "Vor dem Computer sitzen und auf Knopfdruck Tier zu töten ist nichts anderes als eine perverse Metzelei," so Kevin Armstrong von der New York Bowhunters Association.

Und auch die US-Behörden sind ratlos, da es bisher kein Gesetz zu dieser Thematik gibt. Anfang des nächsten Jahres will man aber die Bedingung durchbringen, dass ein "Jäger bei der Jagd körperlich anwesend sein muss".

Töten kostet extra

Pro getroffenem Tier werden Extra-Gebühren [ab 500 bis 2.000 Dollar] fällig. Der präparierte Kopf oder das Fleisch des erlegten Tieres werden dann auf Wunsch nach Hause geliefert. Wird nichts getroffen, muss nur die Stundengebühr bezahlt werden.