15.04.2004

E-GOVERNMENT

Amtswege mit dem Handy signieren

Seit 1. März dieses Jahres ist das E-Government-Gesetz in Österreich in Kraft. Bisher geht die Nutzung der E-Government-Anwendungen jedoch eher schleppend voran.

Um Behördenwege via Internet abwickeln zu können, benötigt man eine Bürgerkarte, die eine Online-Identifikation mittels sicherer Signatur ermöglicht.

Ab Freitag soll nun die Möglichkeit, die elektronische Signatur auch via Mobiltelefon zu leisten, die Nutzung der E-Government-Angebote ankurbeln.

Die mobilkom austria hat in Zusammenarbeit mit a.trust ein entsprechendes Service entwickelt.

PIN-Code kommt auf das Handy

Das Service kann zwar von Handy-Usern aller österreichischen Netze genutzt werden, die Registrierung ist vorerst aber nur bei der mobilkom austria möglich.

Wer dann auf dem Online-Amtwegs beispielsweise einen RSa-Brief abholt, einen Pass beantragt, die Steuererklärung einreicht oder eine Meldebestätigung ausdruckt, kann das mit der Handy-Signatur unterzeichnen.

Nach Eingabe der von A1 ausgegebenen Benutzerdaten wird ein SMS-Code auf das Handy geschickt, den der Nutzer auf der Website als Unterschrift eingibt.

Der kryptografische Schlüssel wird dabei nicht am Handy selbst, sondern auf einem Server der Telekom Austria gespeichert.

T-Mobile kritisiert A1-Alleingang

Die konkurrierenden österreichischen Mobilfunker kritisieren dabei den Alleingang des Marktführers.

"Dass ein gesamtösterreichisches Anliegen an nur ein Unternehmen vergeben wurde, ist nicht wettbewerbsneutral", kritisierte T-Mobile-Sprecherin Manuela Bruck.

Mit "allergrößter Verwunderung" habe man außerdem zur Kenntnis nehmen müssen, dass ein Auftrag vergeben werde, noch bevor die rechtliche Grundlage gegeben sei, denn die entsprechende Verwaltungssignaturverordnung tritt erst am Freitag in Kraft.

Der drittgrößte Handynetzbetreiber One hat nach eigenen Angaben derzeit kein Interesse, einen solchen Dienst anzubieten.

Beim viertgrößten Handynetzbetreiber tele.ring hat man sich mit dem Thema noch nicht intensiv beschäftigt, da der Kundennutzen zurzeit ohnehin zu gering sei, so Sprecher Walter Sattlberger.