12.03.2004

BILANZSKANDAL

MCI stellt WorldCom-Bilanz klar

Der nach dem größten Bilanzbetrug der US-Geschichte in ein Insolvenzverfahren verwickelte Telekommunikationskonzern MCI hat für die Jahre 2000 und 2001 rückwirkend seine Geschäftsergebnisse revidiert.

Die Anpassungen führten zu einer Reduzierung der Gesamtgewinne vor Steuern um 74,4 Mrd. USD [61 Mrd. Euro]. Dies gab die Gesellschaft, die früher als WorldCom firmierte, am Freitag bekannt.

Der Vorsteuergewinn wurde durch die Anpassungen und Abschreibungen in den Jahren 2000 und 2001 um insgesamt 74,4 Mrd. USD reduziert. Der größte Teil war auf Abschreibungen für im Wert gefallene Investments zurückzuführen.

Es wurden allein in den Jahren 2000 und 2001 Sonderabschreibungen von 59,8 Mrd. USD vorgenommen. Es wurden in den beiden Jahren auch andere Vorsteuer-Sonderbelastungen von 8,8 Mrd. USD ausgewiesen.

Größter Bilanzskandal

Die WorldCom-Bilanzfälschungen waren die größten, die je ein US-Unternehmen vorgenommen hatte. Damit zieht MCI einen Schlussstrich und will im April aus dem seit 2002 laufenden Insolvenzverfahren heraus kommen.

Die erheblichen Anpassungen hätten jedoch auf die Liquiditätsposition keinen Einfluss, betonte Finanzchef Bob Blakely.

Das Unternehmen habe Ende 2003 sechs Mrd. USD an liquiden Mitteln gehabt. Die WorldCom-Aktien, die 1999 zeitweise einen Gesamtwert von 185 Mrd. USD gehabt hatten, sind inzwischen wertlos geworden.

Einigung mit SEC und Gläubigern

Mit der der US-Börsenaufsicht SEC hat sich MCI Mitte letzten Jahres auf die Zahlung einer Rekordstrafe von 500 Millionen USD [429 Mio. Euro] geeinigt.

Mit seinen Gläubigern hatte sich MCI ebenfalls bereits geeinigt. Im Rahmen der Vereinbarung erhalten die Besitzer von bestimmten Vorzugstiteln 45 Cent für jeden USD ihrer Forderungen. Die Handelsgläubiger der MCI-Sparte von WorldCom sollen 50 Cent je USD Forderung erhalten.

Wenn MCI das Insolvenzverfahren wie geplant demnächst hinter sich lässt, bleiben vom 41 Mrd. USD Schuldenberg nur 5,8 Mrd. Dollar übrig, was den durch geringe Nachfrage und Überkapazität belasteten US-Markt weiter zusetzen könnte.