02.03.2004

ERMITTLUNGEN

Yline-Beweismaterial gestohlen

Bei den Ermittlungen wegen Millionenbetrugs rund um die Pleite des Wiener Internetunternehmens Yline ist entscheidendes Beweismaterial verschwunden.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat einen Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" bestätigt, wonach im Dezember 2002 zehn Notebooks kurz nach Sicherstellung aus dem abgestellten Wagen der Wiener Polizei gestohlen worden sind.

Die Notebooks, die bis heute nicht wieder aufgetaucht sind, sollen den Vorständen und anderen führenden Managern von Yline gehört haben.

Trotzdem verfolgt die Staatsanwaltschaft derzeit eine heiße Spur.

Die Ermittlungen wurden auf Liechtenstein ausgedehnt und konkrete Einvernahmen angekündigt. Noch in diesem Jahr könnte es zu ersten Anklagen kommen.

Böhm noch nicht befragt

Ähnlich wie im Fall WebLine dürften auch andere Yline-Übernahmen abgelaufen sein. Im Schnitt sollen die zahlreichen in die Yline eingebrachten Firmen um das Zehn- bis Zwanzigfache überbewertet gewesen sein.

Ein Gutachten im Auftrag des Masseverwalters wirft den Verdacht auf, dass sich Verkäufer aus dem Umfeld der Yline auf diese Weise um mindestens 36 Mio. Euro bereichert haben könnten.

Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits gegen 22 Verdächtige aus dem Kreis des Yline-Vorstands, des Aufsichtsrats und der Wirtschaftsprüfung des Unternehmens. Geprüft wird unter anderem der Verdacht auf Anlagebetrug, Untreu, betrügerische Krida und Insiderhandel; für alle Angesprochenen gilt die Unschuldsvermutung.