EU sucht online nach Krankheiten

crawler
14.08.2007

Mit "Medisys" durchsucht die Europäische Kommission das Netz alle zehn Minuten nach den neuesten Krankheitsfällen.

Die EU-Kommission hat ein medizinisches Suchsystem entwickelt, das alle zehn Minuten mehr als 1.000 Nachrichten- und 120 Gesundheitswebsites in 32 Sprachen auf neueste Meldungen durchsucht und entsprechend sortiert.

Das System names "Medisys" soll den jeweiligen Gesundheitsbehörden Informationen über Krankheitsausbrüche oder Industrieunfälle in Echtzeit zur Verfügung stellen und ihnen somit dabei helfen, etwaige Bedrohungen schnell zu erkennen.

Auch soll es den Behörden bei "Großereignissen wie wie einem bioterroristischen Anschlag" wichtige Informationen liefern, gab die Kommission bekannt.

Entscheidungsträger, so die Kommission, könnten sich dann mittels SMS oder E-Mail eine automatische Warnung zusenden lassen.

"Bioterrorismus" und "HIV"

Unter Verwendung vordefinierter Schlüsselwörter und Kombinationen sortiert MediSys Informationen in drei Hauptkategorien: "Krankheiten", "Bioterrorismus" und "sonstige Gefährdungen".

Die Treffer werden dann in Unterkategorien wie "HIV-Aids", "Vogelgrippe" und "Nukleare Sicherheit" eingeteilt. Dazu werden statistische Angaben und die jeweilis neuesten Nachrichten gespeichert.

Als Best-Practice-Beispiel zitiert die Kommission den jüngsten Ausbrauch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien: Dabei sei ein plötzlicher Anstieg neuer Berichte verzeichnet und entsprechende Warnungen versendet worden.

Weiters wurde ein System zur automatischen Erkennung von problematischen Ereignissen eingeführt. Es analysiert englischsprachige Berichte und fragt strukturierte Daten zur Anzahl der Fälle, Ort und Datum ab. Diese werden dann in die automatische Problemdatenbank für die Kommission und die Mitgliedsstaaten eingespeist, so die Kommission.