12.10.2003

HOTLINES

Cash-Cow für Mobilkom Liechtenstein

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, entwickelt sich die Mobilkom Liechtenstein dank Sexhotlines und Mehrwertnummern zur Goldgrube.

Das vormals mäßig erfolgreiche Mobilfunkunternehmen ist vor etwas über einem Jahr in das Geschäft mit Hotlines eingestiegen. Von Vaduz aus bietet die Tochtergesellschaft des gleichnamigen österreichischen Handynetzbetreibers Mehrwertdienst-Nummern in Österreich, Deutschland und der Schweiz an.

Bis vor kurzem galt die Mobilkom Liechtenstein als Sorgenkind der Mobilkom: Knapp 2.000 Handyanschlüsse, ein Defizit und hohe Kosten waren die magere Ausbeute nach drei Jahren am Markt. "Wir haben ein Zusatzgeschäft gesucht", meint Michael Ammann, Chef von Mobilkom Liechtenstein.

Branchenkennern zufolge hat der Zulauf zu Mehrwertdiensten der Mobilkom Liechtenstein eine recht simple Ursache: an den Hotline-Betreiber wird der Auszahlungsbetrag samt Umsatzsteuer überwiesen. Ob danach die fällige Umsatzsteuer tatsächlich an das hiesige Finanzamt abgeführt wird, ist schwierig zu kontrollieren. Hierzulande hingegen haftet die Telefongesellschaft für die Bezahlung der Umsatzsteuer.

"Es gibt vermutlich genügend Leute, die sehr gerne mit den Lichtensteinern zusammenarbeiten, weil sie dadurch die Finanz umgehen können", sagt Sexhotline-Betreiber Wolfgang Pöltl, der außerdem kritisiert, dass die Liechtensteiner Gutschriften auf Wunsch auch auf ausländische Konten überweisen. Mobilkom Liechtenstein-Chef Ammann bestreitet das: "Wir leisten sicher keinen Vorschub für Steuermogelei."