One mischt Breitbandmarkt auf

07.03.2007

Der Trend zu Breitband hält an und immer mehr Nutzer wollen auch unterwegs auf den Komfort des schnellen Internet-Zugangs nicht mehr verzichten. Mit dem neuen HUI-Datentarif greift der Mobilfunker One seit Ende Februar die Festleitungsanbieter frontal an und geht auf ADSL-Kundenfang.

Für 20 Euro pro Monat erhalten HUI-Kunden [HUI steht für "höllenschnelles, ultra-einfaches Internet"] einen UMTS-Anschluss mit HSDPA-Technologie in einer Geschwindigkeit von bis zu 3,6 MBit/s und einem Gigabyte Transfervolumen.

Das macht umgerechnet knapp unter zwei Cent pro MB Datenverkehr -halb so viel wie bei der Mobilfunkkonkurrenz [Details siehe unten].

Günstiger als DSL- und Kabelkonkurrenz

Damit sticht der Mobilfunker selbst festleitungsgebundene Angebote wie das der Telekom Austria aus, das bei einem Gigabyte Datentransfer im Monat ["aonSpeed 1000" mit zwei MBit/s] 29,90 Euro kostet. Bei chello bekommt man für 20 Euro im Monat zwar ebenfalls ein Gigabyte Datenvolumen, surft aber vergleichsweise langsam mit 600/128 kBit/s.

Die zu UPC gehörende Inode verlangt bei ADSL für ein GB Datentransfer pro Monat mit zwei MBit/s 26,90 Euro, das kleinste Paket bei den entbündelten Anschlüssen kommt auf 27,90 Euro, jedoch bereits mit zwei Gigabyte Download bei zwei MBit/s.

Tele2UTA hat seit kurzem sämtliche Transferbeschränkungen seiner entbündelten Produkte aufgehoben, das kleinste entbündelte Pauschalpaket mit zwei MBit/s kostet dort 29,90 Euro. ADSL mit einem Gigabyte Download-Volumen kostet bei Tele2UTA bei zwei MBit/s 28,90 Euro.

Funkzellen-Auslastung entscheidend

Freilich ist es die mit "bis zu 3,6 MBit/s" angegebene Download-Geschwindigkeit des HSDPA-Angebots von One nur eine theoretische Übertragungsrate. Denn buchen sich mehrere Netznutzer in eine Funkzelle ein, teilen sich diese die verfügbare Bandbreite.

"Trotz regen Kundenzustroms haben wir HUI schon so geplant, dass die technischen Rahmenbedingungen gegeben sind", erklärte One-Sprecher Florian Pollack im Gespräch mit ORF.at. "Im Normalfall wie etwa beim Versand einer E-Mail oder dem Aufruf einer Website merkt der Nutzer keinerlei Auswirkungen. Bei Videos könnte eine extreme Auslastung bemerkbar sein."

Gedrosselte Geschwindigkeit bei Überschreitung

Neben dem Ein-GB-Paket bietet One auch HUI Start um zehn Euro/Monat mit 250 MB Datenvolumen und HUI Pro mit 20 GB um 50 Euro/Monat an.

Bei Überschreitung des Datentransfers kann bei HUI ohne zusätzliche Gebühren mit einer gedrosselten Geschwindigkeit von 56 Kbit/s weitergesurft werden. Durch Aufzahlung von fünf Euro kann das Datenvolumen verdoppelt werden.

Die Konkurrenz rechnet noch

Auf Anfrage der Futurezone zeigte sich, dass die Mobilfunkkonkurrenz derzeit offenbar ebenfalls an neuen Angeboten feilt, in die Karten schauen lassen wollte man sich dabei aber noch nicht.

Die Mobilfunker verwiesen allesamt auf ihre laufenden HSDPA-Angebote und -Aktionen.

T-Mobile

Der T-Mobile-web'n'walk-Tarif bietet bei einer Grundgebühr ab 35 Euro im Monat ein Datenvolumen von 800 MB [zum besseren Vergleich: Das sind umgerechnet 4,4 Cent pro MB, jeweils ohne Berücksichtigung von Aktionen]. Bei Überschreitung kostet jedes Extra-MB 20 Cent.

Mobilkom

Bei der mobilkom kostet das vergleichbarste Paket "Mobiles Breitband 1200" 59 Euro Grundentgelt für 1.200 MB pro Monat [4,9 Cent pro MB]. Bei Überschreitung schlägt jedes Extra-MB mit 25 Cent zu Buche.

Bei A1-Breitband-Erstanmeldung bis 15. März entfällt das monatliche Grundentgelt für die ersten sechs Monate, danach gibt es weitere sechs Monate zehn Euro Rabatt auf das Grundentgelt.

Hutchison 3

Hutchison 3 bietet mit "3Data L" um 29 Euro ein monatliches Transfervolumen von 500 MB [5,7 Cent pro MB], bei Überschreitung kostet jedes Extra-MB zehn Cent.

Bis 31. März zahlen Neukunden zudem ein Jahr lang nur den halben Paketpreis.

Kein Lockangebot ohne Bedingungen

Von Anbieter zu Anbieter verschieden sind die mit den Angeboten zusammenhängenden Bindefristen und etwaige Gebühren für die nötige Hardware.

Später HSDPA-Ausbau als Kostenvorteil

Den Preisvorsprung vor der Konkurrenz erklärt One-Sprecher Pollack so: "Im Unterschied zu unseren Mitbewerbern haben wir mit dem HSDPA-Ausbau gewartet, das dazu nötige Equipment ist jetzt deutlich billiger als noch vor zwei Jahren. Diesen Kostenvorteil können wir nun an die Kunden weitergeben."

Netzabdeckung

In den nächsten zehn Tagen habe man bei One den HSDPA-Vollausbau erreicht, dann sei jede Stadt mit mehr als 5.000 Einwohnern mit dem schnellen UMTS-Übertragungsverfahren versorgt.

(futurezone | Beate Zaussinger)