"Unabomber"-Besitz wird versteigert

Online
13.08.2006

Erlös kommt Angehörigen der Opfer zugute

Private Besitzstücke des amerikanischen Paketbombenattentäters Theodore Kaczynski, der als "Unabomber" bekannt wurde, kommen online unter den Hammer.

Ein US-Bundesrichter in Sacramento, Kalifornien, hat die Versteigerung von zahlreichen Gegenständen, darunter persönliche Schriftstücke, Gewand, Schreibmaschinen und Waffen und Werkzeuge wie Schaufeln, Äxte und Pfeil und Bogen, angeordnet.

Tagebuch mit 22.000 Seiten

Als wertvollstes Versteigerungsobjekt gilt das Tagebuch. Auf über 22.000 Seiten hat Kaczynski darin seinen Hass auf die Welt festgehalten. Mit dem Erlös der Internet-Auktion sollen Angehörige der "Unabomber"-Opfer entschädigt werden.

Alle Materialien, die Kaczynski zum Bau der Bomben verwendet hat, sind von der Auktion ausgeschlossen.

Der heute 64 Jahre alte Mathematiker und erklärte Zivilisationsfeind hatte in einer Serie von Bombenanschlägen drei Menschen getötet und 23 verletzt. Kaczynski gehörte 18 Jahre lang zu den meistgesuchten Personen in den USA. Er wurde 1996 gefasst, nachdem sein Bruder sein Versteck in den Bergen von Montana verraten hatte. Er sitzt nun im Hochsicherheitsgefängnis USP Florence ADMAX in Colorado.

15 Mio. Dollar Entschädigung

Nach einem früheren Gerichtsurteil muss Kaczynski seine Opfer und deren Angehörigen mit rund 15 Millionen Dollar [11,8 Millionen Euro] entschädigen. Der Attentäter hatte vor Gericht beantragt, dass er seine Waffen und andere Gegenstände zurückerhält. Das wurde abgelehnt.

Wo und und wann die Auktion durchgeführt wird, soll erst später entschieden werden. Der Auktionator selbst soll nicht mehr als zehn Prozent des Erlöses für die Deckung der eigenen Kosten erhalten.

(dpa | Reuters)