Betandwin gibt Gewinnwarnung aus
Eine schwache Marge während der Fußball-WM und hohe Marketingausgaben lassen bei Betandwin einen signifikanten EBITDA-Rückgang erwarten.
Der österreichische Internet-Wettanbieter Betandwin [ab 1. August "bwin"] hat in einem ersten Ausblick auf das zweite Quartal eine Gewinnwarnung ausgegeben.
Fußball-WM brachte schlechte Margen
Das Ertragspotenzial der im Rahmen der Fußball-WM neu gewonnenen Kunden werde sich erst in den Folgeperioden niederschlagen, zudem drückten die Favoritensiege in den Vorrunden der Fußball-WM die erzielte Marge, teilte der börsennotierte Konzern am Mittwoch mit.
"Auf Grund der starken Marketinginvestition ist ein signifikanter EBITDA-Abgang im zweiten Quartal zu erwarten", so Betandwin.
Aktien-Absturz um über 28 Prozent
Der Kurs von Betandwin an der Wiener Börse brach nach Veröffentlichung der Gewinnwarnung bis zum Nachmittag um über 28 Prozent ein. Bereits am Dienstag hatte es einen kräftigen Kursrutsch um fast 24 Prozent gegeben, am Montag hatte die Aktie ein Zehntel ihres Werts verloren. Seit Jahresbeginn verloren Betandwin-Papiere 57 Prozent an Wert.
Die erzielte Marge liegt mit 6,7 Prozent unter der in den letzten Quartalen erzielten Bandbreite zwischen acht und zehn Prozent.
Von US-Vorgehen nicht betroffen
Laut Konrad Sveceny, im Unternehmen für Investor Relations zuständig, habe das EBITDA im ersten Quartal 14,7 Mio. Euro betragen, im zweiten Quartal des Vorjahres sei es bei 2,6 Mio. Euro gelegen.
Im Zusammenhang mit den US-Untersuchungen gegen Betonsports betonte Betandwin neuerlich, dass die Gruppe davon ausgehe, davon nicht betroffen zu seien, da sie keine Sportwetten für US-Bürger anbiete.
Man beobachte die Rechtslage sehr genau und werde gegebenenfalls darauf reagieren.
Die Verhaftung des Geschäftsführers des Online-Wettanbieters Betonsports.com bei der Einreise in die USA hatte am Dienstag die Aktien der gesamten Branche in den Keller gerissen. Hintergrund der Nervosität: In den USA droht ein weit reichendes Internet-Wettverbot.
(APA)

