31.05.2002

BUSINESS

Bildquelle: UL

Linux-Initiative nur gegen Microsoft

Unter der Federführung von vier führenden Linux-Anbietern soll künftig eine gemeinsame Version der freien Software erarbeitet werden, um künftig besser dem Marktführer Microsoft Paroli bieten zu können.

Bis Ende des Jahres wollen SuSE, Caldera, TurboLinux sowie Connectiva das "United Linux" auf den Markt bringen, teilten die Firmen am Donnerstag mit.

Nachdem allerdings die ersten Meldungen über die Initiative allgemein als Angriff auf den Distributoren-Primus Red Hat gewertet wurden, haben die vier Initiatoren dies jetzt heftig dementiert:

Demnach steht das Projekt prinzipiell allen Interessierten offen, aber aus organisatorischen Gründen habe man sich bei der Planung zunächst nur zu viert abgesprochen. Red Hat wurde - genau wie Sun -demnach sogar schon explizit eingeladen, sich der Initiative anzuschließen.

IT-Industrie erfreut

Die United-Linux-Initiative wurde von großen Computer- und Softwareunternehmen begrüßt, darunter IBM, Hewlett-Packard, Fujitsu, Siemens sowie Europas größtem Softwarekonzern SAP AG.

"Die Bildung von United Linux bietet diverse Vorteile für die Industrie und beweist erneut, dass die Zusammenarbeit auf Basis von Standards die Anwendungsentwicklung und -einführung für die Hersteller erleichtert", sagte Steve Solazzo von IBM.

Strictly Business

Die neue Initiative soll vor allem Resourcen bündeln helfen und Standards setzen, die die weitere Verbreitung von Linux fördern.

Das ganze Unterfangen zielt übrigens ausschließlich auf den Geschäftskundenbereich, also vor allem auf Server-Produkte, wo Linux ohnehin schon eine sehr starke Position hat.

Die verschiedenen Distributoren werden die United-Linux-Produkte jeweils unter ihren eigenen Marken herausbringen, allerdings soll ein zusätzliches, einheitliches Logo alle Produkte kennzeichnen ["Powered by United Linux"].

Federführend bei der Entwicklung des gemeinsamen Linux ist der Nürnberger Distributor SuSE. Die Version 1 von United Linux werde zu großen Teilen auf dem SuSE-Enterprise-Server basieren. Das Know-how der anderen Partner soll dabei einfließen.